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Tag: facebook

Vorwahlabendpost

Nach all dem Gerede eines Wahlkampfes der als Kampf kaum spürbar war (woran lags?)….

sind bei mir 4 gedankliche Eckpunkte übrig geblieben, die mich da weiter gebracht haben könnten.

Zuerst sind zwei grundsätzliche Pfeiler auf zu stellen.

Dann ist da die Frage, ob wir überhaupt unsere Demokratie auf Parteien aufbauen sollten. Vielleicht geht es anders ja besser? Der Journalist Steingart möchte in seinem Buch alternativ zur Parteienpolitik gedachte Demokratie beschreiben. (Vermutungen über emotionale Hintergründe sind auf dem Spiegelblog geäußert)

Zweitens stellt sich natürlich die Internetfrage.

  • Der PR-Blogger stellt im Social-Media-Test fest, daß uns die Politiker dort nicht überraschen:

Der Blick auf die Fanpages ist eher enttäuschend. Denn einen Meinungsaustausch gibt es kaum oder gar nicht.

  • MH zeigt einen stichhaltigen Grund für eine Wahl der Piratenpartei (oder eben anderer Splitterparteien [im Gegensatz zu Brockenparteien??]) auf: schafft eine Partei mehr als 0.5% der gültigen Stimmen, ist sie automatisch für die staatliche Parteienfinanzierungsrunde qualifiziert. Man bringt also wirklich was vorran damit.
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Sich für den Job bewerben und die Facebook-Dummheit

Was tun, wenn im Bewerbungsgespräch Facebook (oder halt andere Social Networks) zur Sprache gebracht werden? Es soll schon vorgekommen* sein, daß als privat angesehene Profile dann doch bei der Entscheidung, wer den Job nun bekommt “behilflich” waren. Darf ein Personaler die Sichtung eines Facebook-Profiles verlangen? Wie dumm sind die wirklich? Oder sollte man lieber gar nicht weiter mit so einer Firma verhandeln?

Die digitale Elite hat sich dazu fortschrittliche Gedanken gemacht. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach beschreibt ganz richtig die sachzwänglichen Ursache-Wirkungsverhältnisse in einer Zusammenfassung des aktuellen Spielstandes. Guy Kawasaki bietet eine Anleitung, wie man sein Facebook-Profil im Bewerbungsgespräch für sich arbeiten lässt.

Klar ist: wenn ein Unternehmen sich in die “soziale” Sphäre einmischt, kann der Schuß auch nach hinten los gehen. Personaler sollten sich überlegen was sie da tun oder lassen.

Im Vorlauf von Guy’s Stück ist mir ein Hinweis auf die andere Seite der Medaille ins Auge gesprungen. Zu dem Fall, daß man gar kein Facebook-Profil aufweist, gibt er zu bedenken:

recruiters may already think that a candidate who doesn’t have a profile is hiding something, disconnected, or clueless.

Schauen wir uns dieses eine “clueless” am Schluß noch mal genau an. Wenn ein Bewerber also kein Facebook-Profil hat, dann so die Vermutung, wird der Personaler ihn möglicherweise als “clueless” einstufen.

Wieso “clueless”? Warum nicht schlau? Like in “wait a minute..”. Vielleicht weiß der Bewerber ja etwas. Vielleicht hat der sich dabei ja was gedacht? Aber nein, wenn jemand nicht macht was alle machen, dann kann er ja nur dumm sein. Offensichtlich geht Kawasaki vom Vorhandensein dieses Denkens aus.

Da wird ein möglicherweise positives Merkmal automatisch als Negativeigenschaft angesehen.

Und Dummheit nach genau diesem Schema habe ich in unzähligen beruflichen (und privaten) Situationen mit ansehen dürfen. Meine interne Frage war immer die gleiche: “Really?”.

* Aus dem verlinkten Artikel:”Hiring managers I’ve talked to all do this[…]”.